witty quotes of the mad women. new season finally starts on july 25.


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my very favourite dress by c.neeon, shot by lachsbrötchen

Vergiss die It-Bags, brandneue Boytoys und schwindelerregende Keilabsätze! Während den Sommerschauen in Berlin gibt es nur ein Accessoire, das ein Besucher der Fashionweek nicht für einen Moment aus der Hand gegeben hätte: einen Fächer. Gleichsam der Einordnung in die modische Hemisphäre, die ein Designerschuh leisten kann, signalisiert die Auszeichnung des Fächers, zu welchen Präsentationen man geladen war und welcher der Namen nun der Auserkorene ist, um bei den nachfolgenden Schauen Luftzug zu spenden . Neulinge, die erst am finalen Tag der Fashionweek in das Zelt am Bebelplatz kommen, wedeln mit Einlasskarte oder Kollektionsbeschreibung, stilbewusste Vielbeschäftige können die Hitze bereits in Abstimmung mit dem Outfit lindern, der senfgelbe Fächer des Michalsky Sponsors zerfällt bei zu kräftigem Einsatz in seine Einzelteile. Nur die Modekritiker, bei den Berliner Schauen nach wie vor in der Unterzahl, müssen für den Moment der Darbietung der Hitze trotzen und ihr Notizbuch befüllen. Dass trotz der Temperaturen jeder Sitzplatz vergeben ist, spricht für die wachsende Attraktivität und Bedeutung der Modewoche in Berlin. Der Abschied der Zeltes vom Bebelplatz ab dem kommenden Sommer findet auf einem Entwurf der Designer des Labels „Starstyling“ am Samstag einen letzten Kommentar: „Fashion will burn on Bebelplatz“. Das Signal für die Wertschätzung von Mode setzte der Berliner Senat unterdes an neuer Stelle: erstmalig lud Tanja Mühlhans, Referentin für Kreativwirtschaft, zu dem Wettbewerb „Start your own Fashion Business“. Der Preis soll die prämierten Nachwuchsdesigner mit Startkapital und Beratung auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützen, denn Wachstum und internationalen Erfolg können selbst hoch gelobte Talente aus eigener Kraft kaum leisten.


Die Anwesenheit einer Vielzahl von Fachkundigen, angezogen nicht nur von den großen Schauen, sondern ebenfalls von den Verkaufsmessen Premium und Bread & Butter, nutzt die Schmuckdesignerin Sabrina Dehoff um vier Jahre nach der Gründung ihres Labels ihr erstes eigenes Geschäft zu eröffnen. Die Präsentationsfläche des farbenfrohen Kordelgeschmeides und das Stück holpriger Bürgersteig an der Torstraße 175 beheimaten am Mittwochabend eine ungewöhnlichen Fußballparty. Zu Rhabarberschorle und Bier, jedoch ohne Flaggen und schwarz-rot-goldene Schminke, pausieren mehrere Dutzend Gäste vom ersten Tag der Fashionweek zu Gunsten der WM-Halbfinalspartie Spanien-Deutschland. Auch Gastgeber anderer Abendveranstaltungen hatten zu Beginn der Woche ihre Einladungen in Sorge um die Anzahl der Gäste um die Information ergänzt, dass Mode und Fußball zueinander finden würden. Am Donnerstagmorgen jedoch erinnert an die trübe Stimmung, die auch unter den Anwesenden bei Sabrina Dehoff nach dem Ausscheiden des deutschen Teams eingekehrt war, nur ein Reporter im Ballack-Trikot. Es ist zu heiß, um Trauer zu tragen. Zusätzlich sprengen Tempo, Taktung, neue Trends und alte Bekannte die eigene Aufnahmefähigkeit.

Der Münchner Designer Patrick Mohr weiß, dass er seine fünfzehn Minuten auf dem Laufsteg nutzen muss, um im Gedächtnis zu bleiben. Wer seine Kollektionen in den letzten Jahren verfolgt hat, wäre hingegen am ehesten irritiert, wenn Mohr eine gewöhnliche Schau mit gewöhnlich schönen Models darbieten würde. Nach Obdachlosen und Bodybuildern laufen für die Kollektion „Unity“ nun weibliche und männliche Models, die in der Maske mit künstlicher Glatze, blasser Schminke und langen Bartflaum ausgestattet wurden. Die Verschmelzung von Geschlecht und Hautfarbe zieht den Blick immer wieder von den großflächigen, geometrischen Schnitten. Das Defilee schließt mit dem afroamerikanischen Albinomodel Shaun Ross und einer bis auf die Knochen abgemagerten, dunkelhäutigen Frau. Nach der Show fällt im Zelt immer wieder das Wort Magersucht, doch Mohr würde eine Problematik, die vorrangig mit Mode assoziiert wird nicht bewusst inszenieren. Vielleicht lohnt es sich inmitten von Inszenierungen, die alle wunderschön sein wollen, und dem Blick auf einen freilich fröhlichen Fußballkontinent, die Sinne zu schärfen für Hunger in Afrika, oder die Normalität der Abweichung von Stereotypen und Lebenswelt der Designermode, die Patrick Mohr als Botschaft jede Saison auf andere Weise aufbereitet.

Eine Hungersnot scheint dafür am Abend Hugo Boss stillen zu wollen. Zwei riesige, weiße Zirkuszelte, die über 1.000 Gäste fassen, hatte das Unternehmen im Park am Gleisdreieck errichten lassen. Nachdem eine für Hugo Boss typisch edle, tragbare Kollektion mit beerenfarbenem Abschluss im ersten Zelt den Laufsteg passiert hat, raunt eine sonore Männerstimme über die Lautsprecher: „Ladies and Gentlemen, dinner is served.“ Hinter den Verbindungsgängen zum zweiten Zelt offeriert das spendable Label ein mehrgängiges Dinner für das gesamte Publikum. Bei Kerzenschein können die Gäste an intimen, kleineren Tischen oder langen Tafeln so viel Delikates verspeisen, wie das Abendkleid Platz lässt. Bis weit nach Mitternacht bringen die Kellner Nachschub. Wo andere Parties ein Ende finden, wenn der Getränkevorrat verbraucht ist, liegt es in der Nacht zum Freitag an den Gästen, das Verlassen der Party mit dem benötigten Schlafpensum für Tag drei der Fashionweek abzustimmen.


Michael Michalsky hingegen reduzierte seine StyleNite am Freitagabend nach den Rückmeldungen auf die mehrstündige Show im Januar in Umfang und Gästezahl. Er verzichte gern auf die Leute, die nur für den kostenlosen Champagner kämen, so der Designer. Die mehrstündige Show der Wintersaison strafft er nun auf eine halbe Stunde, die er einstudiert, bis alle Schritte sitzen; seine Mannequins peitscht er bei den Proben am Nachmittag mit lauter Stimme ein. Im Tempodrom folgt dann wahre Unterhaltung: Mode. eingebettet in andere Formen darstellender Kunst. Im Rundlauf präsentiert Maharishi eine Kollektion direkt aus der Wüste: inspiriert von der Long Range Desert Group der Britischen Armee. Den Übergang zu Michalskys Präsentation gestaltet Opernsängerin Nadja Michael eindrucksvoll mit einem Stück aus Medea, gekleidet in der Akzentfarbe der Kollektion des Gastgebers: ein leuchtendes Orange. „Bedrohte Arten der nördlichen Hemisphäre“ lautet der Titel für seine Designs, mutige Tiermuster ergänzen an wenigen Stellen eine durchweg elegante, klare Kollektion. Abschließend zeigt Michalsky eine Vorschau auf sein Engagement am Friedrichstadtpalast: für die Tanzshow YMA hat er über 500 Kostüme entworfen. Spärlich bedeckte Gladiatoren und Fabelwesen zwischen Star Trek und Elfenmärchen schließen die Vorführung mit anspruchsvollen Tanzeinlagen.
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Michael Michalskys Designs für den Catwalk mögen weniger couragiert anmuten als die avantgardistischen Entwürfe von Michael Sontag, Perret Schaad und Vladimir Karaleev, die der Berliner Senat nun fördert, doch seine interdisziplinäre Inszenierung leistet für die Wahrnehmung der Modebranche einen wichtigen Beitrag. Modedesign und andere Künste entwickeln ihre Stärke vor allem im Zusammenspiel: Oper und Theater gewinnen durch eine eigene Sprache des Kostümdesigns an Kraft, Modenschauen bedürfen Musik, die Stimmung und Farbigkeit der Entwürfe aufnimmt und verstärkt. Berlin Regierender Klaus Wowereit, der die Show aus der ersten Reihe verfolgte, bekam von Michael Michalsky das Argument, warum es merkwürdig erscheint, den Bebelplatz nur noch für klassisch kulturelle Veranstaltungen freizugeben, für die Präsentation von Mode hingegen nicht.




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First published in the Tension Issue of Derzeit Fashion Week Daily. Thanks to Michael Ladner for a great collaboration. If you didn't grab the printed issues last week during Mercedes-Benz-Fashion-Week, download the Tension Issue and the other ones here.



Fetish - some thoughts in redheads

When women born with fiery locks encounter one another, they sense a secret ribbon binding them together, akin to the one between soul mates. Any ginger will tell you that the curse and blessing erupting from her skull isn’t just ornamental, nor a marker of stigma. From the first time it irritates another person, the color becomes a part of her personality; generally the first tuft on a baby’s head takes care of this.
Reactions may vary: witch, muse, or a godlike being – no other hair color has invited such a wide range of interpretations of a woman’s personality as the copper top. Is she the daughter of the devil or an earthbound angel? The false assumption that nature has unified good and evil within a person through a physical feature makes people with more common hair color insecure. The hair question is a tactful method to feel someone out. If it isn’t dyed, if you aren’t Irish, then you must at least be an animal in bed. Red arouses the curiosity of complete strangers in new ways every day, inviting them to comment and project.
After 26 years, you would’ve thought I’d heard it all, but it’s not the case. The daily reminders of the gold reserve on my head only renew my assured exoticness. This attribute, to which I am consistently reduced by others, has become a personal obsession. It’s unquestionably one of the most intimate relationships in my life. I would never color it. I base my personality and much of my decision making on my hair. I have a tacit understanding of my redhead sisters, even without knowing them. Yet this love is one I’m reluctant to share. If a new nighttime acquaintance pays homage to my fox-colored pelt within the first couple minutes, then I turn my back — pivoting elegantly on my stiletto. One should adopt a subtle appreciation for it, instead of falling victim to an age-old myth.
Recently I found out from my new suitor that I was his third ginger girlfriend – what a coincidence! I’ve become interchangeable: after the breakup his next catch is red like me. Perhaps surprisingly, it doesn’t sadden me much: the power of being able to count my fire crotch as one of my finest weapons, and knowing that my kind doesn’t mind abandoning one of its own, is in fact a great comfort to me. Double red means twice as hot! I can ease into the fantasy that the woman on Jack White’s side isn’t Karen Elson, but me. »I fell in love with a girl« – yeah, yeah, he wrote that for me.

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