Ich bin Gründungsmitglied von D64, einem SPD-nahen Thinktank der zu Netzpolitik und digitalem Fortschritt arbeitet. Mich motivieren in dieser Hinsicht vor allem die Zukunft von Arbeit und Bildung im Zuge der Digitalisierung, die auf der politischen Agenda momentan viel zu niedrig angesiedelt sind, sofern sie es überhaupt sind. Warum Lobbying für das Netz, oder konkretisiert für die Menschen, die sich über das Netz organisieren und damit arbeiten wichtig ist, erkläre ich bei der FAZ.

>> Ein Lob der Lobby

Ihr könnt D64 übrigens beitreten. Wir arbeiten zu vielen Themen und sind viele tolle Frauen und Männer. Die Gremien werden zudem paritätisch besetzt - wie auch sonst?

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Für knicken habe ich einen Jahresrückblick in Musikvideos zusammengestellt. Viel Spaß damit nach dem Klick.

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Recently, photography has become almost as widely practiced an amusement as sex and dancing-
which means that, like every mass art form,
photography is not practiced by most people as an art.
It is mainly a social rite, a defense against anxiety, and a tool of power.
Susan Sontag



Auf der Couch der sozialen Medien genügt es nicht mehr nur mitzuteilen, was man gerade tut (und dabei hört und schmeckt und riecht), was man gerade denkt oder was man gerade fühlt. Die Dokumentation des Alltagslebens in Echtzeit geschieht ebenfalls darüber, was Menschen gerade gesehen haben. Denn das Smartphone ist als Kamera immer dabei. Mit Sharing-Diensten wie "Instagram" oder "EyeEm" gibt es soziale Netzwerke, in denen ausschließlich Fotografien mit anderen Nutzerinnen und Nutzern geteilt werden können. Täglich wachsen digitale Fotobücher mit kurzen Notizen zu einem Jahr in Bildern heran. Neun Monate nach seinem Start waren über Instagram bereits 150 Millionen Fotos mobil fotografiert und mit anderen Menschen geteilt worden. Im September, ein gutes Jahr nach Launch, verzeichnete die iPhone-Applikation schon über 10 Millionen User. Was auch immer uns vor die Linse läuft, schießen wir ab. Wie einst das Blog oder die regelmäßige Mitteilung zum aktuellen Befinden in einem sozialen Netzwerk bilden kleine quadratische Schnappschüsse nun die Kapitel eines visuellen Tagebuchs, das Nutzer für sich und andere befüllen.

Die Mehrzahl der mobil fotografierten Bilder sind also kein Handwerk mehr, keine Kunst, ja selbst ob sie der Erinnerung dienen, und nicht dem Augenblick, ist fraglich. Denn die Entscheidung über die Preisgabe von Informationen und Persönlichem im Internet dient vor allen Dingen einer Frage: Wie wollen wir gesehen werden? Dieser Maßgabe für die Selbstdarstellung folgen also auch die Dinge, die Menschen sehen und durch ein Objektiv festhalten. Das fotografiertes Leben als Beitrag zum digitalen Persönlichkeitsschliff bietet den anderen Menschen im Netzwerk nicht den Blick durch die Brille der Fotografierenden. Über einem Bild, das geteilt, bewertet und kommentiert werden kann, liegen mehrere Filter.


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